So schnell erkennst du Papierfischchen in wenigen Schritten

Author: Frank Rauer

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Lesedauer: 3 min

Du hast vielleicht schon einmal von Papierfischchen gehört, den unscheinbaren, aber lästigen kleinen Mitbewohnern, die sich in unseren Häusern einnisten können.

Doch die Welt der sogenannten Fischchen ist vielfältiger, als man auf den ersten Blick vermutet.

Neben Papierfischchen gibt es auch Silberfischchen, Ofenfischchen und andere Verwandte, die in ähnlichen Umgebungen leben.

In diesem Blogpost klären wir, wer diese kleinen Tiere genau sind, wie du sie auseinanderhalten kannst und ob du tatsächlich Papierfischchen bei dir zu Hause hast.

Nahaufnahme eines ausgewachsenen Papierfischchens
Nahaufnahme eines ausgewachsenen Papierfischchens I © 2Dvisualize | stock.adobe.com

Was sind Papierfischchen?

Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudata) gehören zur Familie der Schuppenfischchen und sind eng verwandt mit Silberfischchen, Ofenfischchen und anderen Arten aus der gleichen Gruppe.

Sie sind flügellose Insekten mit einem länglichen, leicht abgeflachten Körper und einer schuppenartigen Oberfläche.

 Besonders auffällig sind ihre drei langen Schwanzanhänge und die beiden langen Fühler, die ihnen ihr charakteristisches Aussehen verleihen.

Vergleich zwischen Papierfisch und Silberfisch
Links: Papierfischchen, Rechts: Silberfischchen

Unterschiede zu Silberfischchen

  • Farbe und Größe
    Papierfischchen sind graubraun und größer (8–15 mm), während Silberfischchen silbrig glänzend und etwas kleiner (7–11 mm) sind.
  • Lebensraum
    Silberfischchen bevorzugen feuchte Räume wie Badezimmer, während Papierfischchen sich auch in trockeneren Bereichen wie Wohnzimmern oder Büros wohlfühlen.
  • Nahrung
    Papierfischchen lieben alles, was Zellulose enthält – also Papier, Kartons und Bücher. Silberfischchen hingegen bevorzugen stärkehaltige Lebensmittel.

Wenn du in deinem Zuhause Insekten findest, die sich an deinen Büchern, Tapeten oder Kartons zu schaffen machen, handelt es sich wahrscheinlich um Papierfischchen.

Aber um sicherzugehen, schauen wir uns auch ihre Verwandten genauer an.

Wer sind die anderen Fischchen?

Neben den Papierfischchen gibt es eine Reihe von verwandten Arten, die ähnliche Lebensweisen haben und häufig mit ihnen verwechselt werden.

1. Silberfischchen (Lepisma saccharina)

Nahaufnahme eines ausgewachsenen Papierfischchens
Nahaufnahme eines ausgewachsenen Silberfischchens I © gallinago_media | stock.adobe.com

Silberfischchen sind die bekanntesten Vertreter dieser Gruppe und kommen in fast jedem Haushalt vor.

Sie lieben Feuchtigkeit und Wärme und halten sich daher vor allem in Badezimmern, Küchen und Waschküchen auf.

Ihr silbrig glänzender Körper und ihre kleinere Größe unterscheiden sie klar von den Papierfischchen.

2. Ofenfischchen (Thermobia domestica)

Nahaufnahme eines Ofenfischchens (Thermobia domestica)

Diese Art ist in unseren Breiten eher selten, da sie sehr hohe Temperaturen bevorzugt.

Man findet sie gelegentlich in Bäckereien, Maschinenräumen oder an anderen Orten, wo es dauerhaft warm ist.

Ofenfischchen sind ähnlich wie Papierfischchen, aber ihr Körper ist dunkler und ihre Musterung fleckiger.

3. Geisterfischchen (Ctenolepisma calva)

Nahaufnahme eines Geisterfischchen (Ctenolepisma calva)

Ctenolepisma calva, auch als „Kahle Schuppenfischchen“ bekannt, ist weiß und etwas kleiner als das Papierfischchen.

Diese Art ist selten, kann aber in ähnlichen Umgebungen wie Papierfischchen vorkommen.

Habe ich Papierfischchen oder etwas anderes?

Es kann schwierig sein, die verschiedenen Arten auseinanderzuhalten, vor allem, wenn man sie nur flüchtig sieht.

Hier sind einige einfache Tipps, wie du herausfinden kannst, ob du tatsächlich Papierfischchen hast:

Nahaufnahme eines Papierfischchens auf Papier Dokumenten durch eine Lupe vergrößert

1. Achte auf das Schadbild:

Papierfischchen hinterlassen Fraßspuren an Büchern, Kartons und Tapeten.

Wenn du Löcher oder abgefressene Kanten an Papier entdeckst, deutet das auf Papierfischchen hin.

Silberfischchen richten solche Schäden seltener an, da sie sich mehr auf stärkehaltige Lebensmittel konzentrieren.

2. Schau dir die Umgebung an:

Papierfischchen bevorzugen trockene, warme Räume wie Wohnzimmer, Büros oder Bibliotheken.

Silberfischchen hingegen findest du meist in feuchten Räumen wie Badezimmern.

3. Beobachte die Tiere:

Wenn du die Insekten genauer betrachtest, achte auf die Größe, Farbe und die drei langen Schwanzanhänge.

Papierfischchen sind größer und haben eine graubraune Färbung, während Silberfischchen kleiner und silbrig glänzend sind.

Wie erkennst du einen Befall?

Die meisten Menschen bemerken einen Befall erst, wenn sie Schäden an ihren Gegenständen entdecken. Typische Anzeichen für Papierfischchen sind:

Fraßspuren
Unregelmäßige Löcher oder abgefressene Ränder an Büchern, Dokumenten oder Tapeten.

Kotkrümel
Kleine schwarze Punkte, die wie feiner Staub aussehen.

Sichtungen
Papierfischchen sind nachtaktiv, sodass du sie meist erst abends oder in der Dunkelheit entdeckst.

Zerfressene Buchseite auf einem Holztisch

Wenn du unsicher bist, kannst du Klebefallen in betroffenen Räumen aufstellen.

Diese helfen nicht nur, die Schädlinge zu fangen, sondern auch festzustellen, ob es sich um Papierfischchen oder eine andere Art handelt.

Frank Rauer, Gründer von Gerobug und Schädlingsbekämpfer

EXPERTEN-TIPP VON FRANK:

Kontrolliere die Fallen regelmäßig. Wenn sie nicht angenommen werden, überprüfe die Platzierung und verlege sie näher an mögliche Verstecke oder Laufwege. 
Dieser Ansatz hilft dir dabei einen möglichen Befall schneller festzustellen.

Unsere Empfehlung bei einem Papierfischchen Befall

So funktioniert's:

  • Fallen entlang der Laufwege und den befallenen/ verdächtigen Stellen aufstellen
  • Fallen regelmäßig kontrollieren
  • Volle Fallen entsorgen & austauschen

Warum sind gerade Papierfischchen ein Problem?

Obwohl Papierfischchen keine Krankheiten übertragen und für Menschen ungefährlich sind, können sie erhebliche Schäden anrichten.

Besonders betroffen sind:

  • Bücher und Dokumente:
    Papierfischchen fressen sich durch Seiten und hinterlassen Löcher.
  • Tapeten:
    Der Kleister auf der Rückseite ist für sie eine Delikatesse.
  • Kartonstapel:
    Besonders in Lagerräumen oder Kellern werden Kartons häufig befallen.
Nachaufnahme von Namens Tags eines Registers mit dem Fokus auf das Register namens "Archiv"
© Illustrateurs | shutterstock.com (bearbeitet)

In Archiven, Bibliotheken und Museen können Papierfischchen wertvolle Sammlungen zerstören, weshalb hier besondere Vorsichtsmaßnahmen erforderlich sind.